Die Grasberger Kunstwerker laden zu den Herbstateliers ein

Tipp für eine kleine Radtour am Wochenende 😉

Foto: Christiane Seeger

Grasberg. Elf Künstlerinnen und Künstler laden zu den mittlerweile neunten Grasberger Herbstateliers ein. Am 25. und 26. September sind insgesamt sechs Werkstätten und Ateliers geöffnet. Beim Pressetermin freut sich die Bürgermeisterin, Marion Schorfmann, auf die Veranstaltung. Gerade am Sonntag seien viele Menschen zu den Wahllokalen unterwegs und würden hoffentlich auch an vielen Stationen Halt machen. Vor dem Rathaus stünden Flyer zum Mitnehmen. Schorfmann freut sich, „dass wieder etwas stattfindet. Gott sei Dank ist nicht alles auf der Strecke geblieben.“ Unter Corona habe man ganz viel Zeit gehabt, um etwas Neues zu schaffen.

Auch die Goldschmiedemeisterin Uta Fischer ist glücklich darüber, wieder gemeinsam etwas machen zu können und einander besuchen zu dürfen. Die Künstlerinnen und Künstler hoffen auf gutes Wetter, um „die Leute aus dem Bau locken zu können“, so Fischer. Bei der diesjährigen Veranstaltung gäbe es kein Oberthema, jeder zeige die Werke, die in der letzten Zeit entstanden seien.

Fischer selbst wird mit kleinen Quadraten aus Amethyst und einem Fluoritstein mit violetten Streifen ein Schmuckstück fertigen. Die Goldschmiedin arbeitet gerne mit Dingen aus der Natur und fühlt sich von Steinen angesprochen.

Karl-Heinz Attenbrunner und seine Frau Dagmar Baars beschäftigen sich seit 30 Jahren mit Glaskunst. In ihrer Werkstatt verarbeiten sie handgemachte Flachgläser zu Stab-, Stelen- oder Leuchtobjekten nach eigenen Entwürfen. Das sogenannte Antikglas wird nach einer jahrhundertealten Methode hergestellt. Durch die Herstellung weist das Glas Spuren wie Farbschwankungen, Luftblasen oder Schlieren auf. Dieses ist das Erkennungszeichen im Gegensatz zu maschinell gefertigtem Glas. Während Corona habe man das Programm von maritimen Formen weiterentwickelt.

Die Malerin Helga Weber hat ihre Arbeiten zu den Herbstateliers unter das Motto „Mit Blumen durch die Zeit“ gestellt. Durch Corona kam es bei ihr zu einer Schaffenskrise. Der Kopf habe nicht mitgemacht. Sie hätte „keine Freiheit, zu sitzen und zu malen“ gehabt, sagt die Künstlerin. „Corona hat etwas gemacht mit mir zu der Zeit.“ Mit ganz weichen Strukturen hätte sie angefangen und zurück zur Malerei gefunden. Die Blumenmotive in Aquarelltechnik hätten ihr viel Freude zurückgebracht.

Tania Block hat sich 2020 ein Atelier im Haus ihrer Mutter eingerichtet und sich als Künstlerin selbständig gemacht. Ihre erste Ausstellung war dann vom zweiten Lockdown betroffen. Immerhin gab es eine virtuelle Ausstellung. Für Block war Corona ein einschneidender Punkt. Die Künstlerin, die sich mit Malerei und Skulpturen beschäftigt, liebt den Charme des Rauen. Sie macht gerne schnelle und raue Dinge, die nicht bis ins kleinste Detail gehen. Ihr Thema zurzeit ist Umwandlung bzw. Metamorphose. Sie versucht aus Materialien etwas Neues zu schaffen. Aus Papprollen entstehen so Skulpturen, aus einer leeren Leinwand ein Gemälde. Block fragt sich: „Was hat Corona für einen Eindruck bei uns allen hinterlassen?“ Sie findet, dieser sei nicht immer sichtbar, aber trotzdem habe sich etwas verändert, vielleicht auch nur in Nuancen. Tania Block bringt die eigenen Erfahrungen aus der letzten Zeit mit in ihre Arbeiten ein.

Margarete Bauer stellt Glasperlen am Brenner her. Während Corona hat sie viel ausprobiert: neue Techniken und eine andere Glassorte. Früher habe sie mit Weichglas gearbeitet, jetzt mit Hartglas, auch als Jenaer Glas bekannt. Aufgrund des Verbotes von Plastikstrohhalmen beschäftigt sie sich mit Glashalmen. Diese können mit unterschiedlichen Motiven hergestellt werden, farbig oder mit Sandstrahlmotiv. Bauers Hauptthema an dem Wochenende sind diese Glashalme, die sie auch auf persönlichen Wunsch anfertigt. Als Überraschung hat sie eine spezielle Verpackung dafür entworfen, um die Glashalme mitnehmen zu können. „Ich habe meinen eigenen Strohhalm immer dabei“, sagt die Künstlerin. Im Restaurant habe dadurch sie ein besseres Gefühl, da sie wüsste, wie dieser gereinigt worden sei. Da es Glashalme mit Knick gäbe, müsste auch die Verpackung diesen Knick mitmachen. Dafür habe Bauer kreativ und erfinderisch sein müssen. Sie hofft, dass sich viele Menschen, die nach einer Alternative suchen, für ihre Glashalme interessieren.

Bei Bauer zu Gast ist die Porzellanmalerin Angelika von Bonin. Sie malt klassische Motive, das heißt möglichst naturgetreu, hauptsächlich Tiere und Pflanzen. Während Corona habe sie lange pausiert.

Weitere Gäste sind Svenja Struwe aus Ritterhude mit Patchwork und Stoffen, Iris Schüler mit Skulpturen für Haus und Garten aus alten Weidepfählen und Andrea Voss mit fantasievoller Keramik.

Gudrun Kreienmeyer beschäftigt sich zunehmend mit dem Bereich der Fotografie. Ihre Themen sind Strukturen und Verfremdung. Das Bild auf dem Flyer zeigt beispielsweise eine Vase in extremer Nahaufnahme. „Es ist interessant, was aus alltäglichen Motiven entstehen kann“, sagt Kreienmeyer. Die technischen Möglichkeiten von Filtern in einer Kamera seien sehr verführerisch, aber man solle genau überlegen, ob und wo man sie einsetze. Digitales Nachbearbeiten sei auch möglich. Sie schärfe Bilder nach und arbeite mit Helligkeitsumkehr. Dabei veränderten sich die Farben nicht, aber ein anderer Hell-Dunkel-Kontrast entstünde. Auch mit Langzeitbelichtung oder Mehrfachbelichtung entstünden interessante Bilder. Menschen seien oft verwirrt, welches der Vorder- und welches der Hintergrund der Fotos ist. Während Corona habe Kreienmeyer viel reflektiert und ihre Bestände gesichtet. Sie habe das Schreiben für sich entdeckt und ergänzt ihre Fotos mit eigenen lyrischen Texten. Ihr Traum ist ein eigenes Buch mit Fotos und Texten, doch ein Verlag fehlt noch. Die Künstlerin ist zu Gast bei Christa Brandenburg.

Christa Brandenburgs Idee geht von der Ernsthaftigkeit weg hin zum Spielerischen. In ihren Monotypien spielt sie mit Zufallsergebnissen. Diese werden in Collagen weiterverarbeitet, dadurch entsteht eine verfremdete Kombination aus Malerei und Collage. Sie möchte ihre Besucher animieren, selbst kleine Klebebilder zu gestalten.

Die Besucher werden gebeten, die grundsätzlichen Hygieneregeln einzuhalten, Masken zu tragen und ausreichend Abstand zu halten. Bei kleineren Räumlichkeiten kann es gegebenenfalls zu Wartezeiten kommen. Vor allen Ateliers werden Schilder mit den gültigen Richtlinien aufgestellt.

Sonnabend, den 25. September 2021, geöffnet von 14 bis 18 Uhr und Sonntag, den 26. September 2021, geöffnet von 11 bis 18 Uhr.

  • Uta Fischer, Wiesendamm 25, 28879 Grasberg
  • Attenburner & Baars, Neu-Dannenberger Str. 32, 28879 Grasberg
  • Helga Weber, Huxfelder Damm 11, 28879 Grasberg
  • Tania Block, Grasdorfer Str. 15, 28879 Grasberg
  • Margarete Bauer, Neu-Rautendorfer Str. 50, 28879 Grasberg (Gäste: Angelika von Bonin, Iris Schüler, Svenja Struwe, Andrea Voss)
  • Christa Brandenburg, Bohnenberg 2, 28870 Fischerhude / Rautendorf (Gast: Gudrun Kreienmeyer)

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