Einfach mal selbst aufs Rad steigen

Jeder gefahrene Kilometer zählt beim Stadtradeln

Grasberg. Der dreiwöchige Wettbewerb namens Stadtradeln startet am 21. Juni und endet am 11. Juli 2021. Zum Mitmachen aufgerufen werden alle Menschen, die im Landkreis Osterholz wohnen, arbeiten, zur Schule gehen oder einem Verein angehören. Alle sieben Gemeinden im Landkreis machen mit. Die Registrierung auf der Internetseite www.stadtradeln.de/landkreis-osterholz ist bereits möglich. Auf der Seite sind die einzelnen Gemeinden hinterlegt. Alle, die sich für eine Gemeinde eintragen, radeln automatisch auch für den Landkreis Osterholz. Die gefahrenen Kilometer lassen sich online eintragen oder beim Fahren per App aufzeichnen.

Im vergangenen Jahr hatte sich der Landkreis Osterholz recht spontan für die Teilnahme am Stadtradeln entschieden. Aus diesem Grund wurde die Aktion relativ wenig beworben. Trotz des eher ungünstigen Termins im Spätsommer beteiligten sich 510 Personen, die 101.697 Kilometer sammelten. Es sei eine Super-Aktion während der Pandemie gewesen, so der Landrat. Das Ergebnis wolle man gerne steigern. „Auch in diesem Jahr wollen wir wieder gemeinsam kräftig in die Pedale treten“, erklärt Lütjen. Zum Pressegespräch radelte Landrat Lütjen von Hambergen nach Grasberg, die einfache Entfernung beträgt immerhin 23,5 Kilometer. Auch Bürgermeister Kristian Tangermann aus Lilienthal nutzte zur Anreise das Fahrrad.

Marion Schorfmann, die Bürgermeisterin von Grasberg, überlegt in ihrer Begrüßung, wen man alles motivieren und aufs Fahrrad kriegen könne. Zu Pfingsten seien ihr trotz des schlechten Wetters die vielen Fahrradfahrer aufgefallen. In den letzten zwei Jahren hätten viele Menschen das Rad für sich entdeckt. Die Teilnahme am Stadtradeln lohne sich, sowohl für Menschen, die bereits das Fahrrad lieben oder erst wieder anfangen müssten, so Schorfmann. Man wolle „mit gutem Beispiel voran gehen“. An Schorfmanns Rad sei allerdings der Schlauch kaputt, es müsse erst zur Reparatur. Toll wären mehr und bessere Radwege. Man könne einfach mal andere Verbindungen ausprobieren. „Weg von den Wegen, die man immer so hat“, lautet ihr Plädoyer.

Landrat Lütjen ist „fest davon überzeugt, dass wir das Ergebnis vom letzten Jahr toppen können“. Mit seiner klimafreundlichen Anfahrt von Hambergen nach Grasberg habe er laut seiner App dreieinhalb Kilogramm CO² eingespart. Das findet auch Stefan Schwenke, der Bürgermeister von Worpswede, gut. Er kenne den Verbesserungsbedarf des Radwegenetzes seiner Gemeinde. Bestehende Wege hätten Sanierungsbedarf, zusätzliche Strecken könne man gut gebrauchen. Defizite siehe er im fehlenden Radwegekonzept und dem Lückenschluss zwischen Waakhauser Polder und dem ehemaligen Weyermoorer Bahnhof. Um sich als Radreiseregion bewerben, müsse unter anderem die Beschilderung verbessert werden.

Kristian Tangermann, der Lilienthaler Bürgermeister, meint Naherholung habe einen neuen Stellenwert bekommen. Die Umgebung würde anders erkundet. „Es fahren mehr Menschen mit dem Fahrrad zur Arbeit“, so beispielsweise auf dem Jan-Reiners-Weg. Das Ziel der Aktion sieht Tangermann darin, ein neues Bewusstsein zu schaffen. Aus Bequemlichkeit ins Auto zu steigen, müsse hinterfragt werden. Es gäbe eine Alternative. Er selbst nutze das Fahrrad mehr als früher, auch da er Corona-bedingt weniger repräsentative Termine habe. 1.400 Kilometer mit einer Einsparung von 357 Kilogramm CO² seien in einem Jahr zusammengekommen.

Anregung für Fahrradtouren kann die Radwanderkarte das Landkreises Osterholz geben. Diese erhalten alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer mitsamt einer kleinen Überraschung zwischen dem 21. Juni und 11. Juli 2011 während der Öffnungszeiten in den Rathäusern und im Kreishaus I in Osterholz-Scharmbeck. In der Stadtradeln-App können über den Punkt „RADar“ Hinweise für eine bessere Radinfrastruktur gemeldet werden. Dadurch erhalten die Gemeinden wichtige Verbesserungstipps. Bislang haben sich 74 Personen für den Wettbewerb registriert. Alle diejenigen, die im letzten Jahr beim Stadtradeln mitgemacht haben, erhalten vom Landkreis eine E-Mail zur Erinnerung. Ebenso werden alle Unternehmen, Schulen und Vereine informiert und um eine Unterstützung gebeten. Unter allen Teilnehmenden werden Fahrradpreise ausgelobt.

Kommentar von Christiane Seeger:

Ich wünsche mir, dass ein Bürgermeister nicht nur seit zwanzig Jahren um die Missstände der Radinfrastruktur in seiner Gemeinde weiß, sondern auch etwas dagegen unternimmt. Bei manchen Politikern weckt eine Aktion wie das Stadtradeln die Begeisterung am Radfahren. Bei anderen sehe ich da persönlich schwarz. Wer noch nicht einmal zum Pressetermin sein eigenes Fahrrad parat hat, wird vermutlich auch den Rest der Kampagne ignorieren. Aber da lasse ich mich gerne eines Besseren belehren.

Info: Stadtradeln ist eine Kampagne des Klima-Bündnis, einem Netzwerk europäischer Kommunen in Partnerschaft mit indigenen Völkern. Das Klima-Bündnis will lokale Antworten auf den globalen Klimawandel entwickeln. Stadtradeln wird als weltgrößte Fahrradkampagne bezeichnet, an der 1.600 Kommunen aus fünf Nationen teilnehmen. Die Aktion wurde 2008 zum ersten Mal durchgeführt.

Landrat Bernd Lütjen, Kristian Tangermann, Stefan Schwenke und Marion Schorfmann (v. l. n. r.) vor dem Grasberger Rathaus. Foto: Christiane Seeger

Veranstaltungen April 2021

Deutschland befindet sich weiterhin im Lockdown. Hier liste ich einige Veranstaltungen auf, die trotzdem stattfinden, größtenteils Blutspendetermine. Auch lokale Onlineangebote werden aufgeführt. Hinweise auf weitere Angebote gerne an radheldin@web.de .

Bis zum 9. April 2021 Großer Bücherflohmarkt, Bibliothek Lilienthal, Kulturzentrum Murkens Hof, Klosterstr. 25, Lilienthal – während der Öffnungszeiten (Mo., Di., Do., Fr. 10.00 – 12.30 Uhr; Mo., Di., Do. 15.00 – 18.00 Uhr)

12. April 2021, 17.00 – 20.00 Uhr DRK-Blutspende Kirchtimke, Dorfgemeinschaftshaus, Hauptstr. 28, Kirchtimke

14. April 2021, 19.00 Uhr Online-Vortrag „Das Sonnensystem – Alles ist in Bewegung“, vhs Lilienthal, Teilnahmegebühr 10,- Euro, Veranstaltungsnummer 1115, Anmeldung unter: Tel. 04298 / 929240 oder vhs@lilienthal.de

16. April 2021, 16.30 – 20.00 Uhr DRK-Blutspende Rautendorf, Turnhalle Dannenberg, Dannenberger Str. 20a, Grasberg-Dannenberg

16. April 2021, 19.00 Uhr Online-Vortrag „Hungerbekämpfung – Schwerpunkt Ernährung“, vhs Lilienthal, Teilnahmegebühr 5,- Euro, Veranstaltungsnummer 1100, Anmeldung unter: Tel. 04298 / 929240 oder vhs@lilienthal.de

20. April 2021, 18.00 Uhr Online-Vortrag „Ernährung für Seniorinnen und Senioren“, vhs Lilienthal, Teilnahmegebühr 10,- Euro, Veranstaltungsnummer 92032, Anmeldung unter: Tel. 04298 / 929240 oder vhs@lilienthal.de

21. April 2021, 16.00 – 20.00 Uhr DRK-Blutspende Grasberg, Rathaus, Speckmannstr. 30, Grasberg-Mitte

21. April 2021, 19.00 Uhr Online-Vortrag „Unsere Milchstraße – Eine von unzähligen Galaxien“, vhs Lilienthal, Teilnahmegebühr 10,- Euro, Veranstaltungsnummer 1117, Anmeldung unter: Tel. 04298 / 929240 oder vhs@lilienthal.de

29. April 2021, 18.00 Uhr Vortrag „Lebensmittelkennzeichnung“, vhs Lilienthal, Kulturzentrum Murkens Hof, Klosterstr. 25, Lilienthal, Teilnahmegebühr 11,- Euro, Veranstaltungsnummer 1109, Anmeldung unter: Tel. 04298 / 929240 oder vhs@lilienthal.de =>Der Vortrag findet gegebenenfalls auch online statt.

29. April 2021, 19.00 Uhr Vortrag „Die Wörpe – Erste Hauptstraße in Lilienthal“, vhs Lilienthal, Kulturzentrum Murkens Hof, Klosterstr. 25, Lilienthal, Teilnahmegebühr 5,- Euro, Veranstaltungsnummer 1111, Anmeldung unter: Tel. 04298 / 929240 oder vhs@lilienthal.de => Verschoben auf den 14. Oktober 2021

Foto: Christiane Seeger

Kostenlose Corona-Schnelltests

Das Pflegezentrum Grasberg, die Kirchengemeinde Grasberg und die Gemeinde Grasberg bieten ab diesem Donnerstag in Kooperation die von der Bundesregierung angekündigten kostenlosen Corona-Tests für die Bevölkerung an.

Termine dafür können werktags zwischen 08- und 14 Uhr unter der Telefonnummer 0172-9022171 beim Pflegezentrum Grasberg gebucht werden. Die Testung findet im Gemeindehaus der Grasberger Kirchengemeinde in der Speckmannstraße 40 statt.

Bitte unbedingt ein gültiges Ausweisdokument und (sofern vorhanden) eine Krankenversicherungskarte mitbringen.

Die Termine werden zunächst für mittwochs und donnerstags zwischen 08 und 13 Uhr sowie zwischen 15 und 18 Uhr angeboten.

Wichtig: Angeboten wird der kostenlose Schnelltest für die Bevölkerung. Sollten Sie den Verdacht haben, an dem Corona-Virus erkrankt zu sein, nehmen Sie bitte Kontakt zu Ihrem Hausarzt auf.

Quelle: Gemeinde Grasberg

Bastelspaß in Corona-Zeiten

Das evangelische Kirchengemeinde Grasberg bietet Bastelangebote für Kinder an. Jeden Mittwoch wird auf der Facebook-Seite „Grasberger Kirchenspaß in Corona-Zeiten“ ein neuer Bastelvorschlag veröffentlicht. Interessierte Eltern melden sich jeweils bis zum Sonnabend bei Kerstin Tönjes. Am Montag werden die Bastelutensilien kontaktlos nach Hause gebracht.

Vogelfutterstation
Dieses Mal werden drei verschiedene Vogelfutterstationen mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden angeboten.

  1. Vogelfutterglocke
    Hierfür bekommt Ihr einen kleinen Tontopf und einen Meisenknödel. Die Töpfe können bemalt werden – am einfachsten mit Wandfarbe. Kleine Mengen zum Betupfen können wir mitliefern. Sehr gut geeignet für kleine Kinder.
  2. Vogelfutter im Becher
    Hierfür bekommt Ihr alles geliefert. Achtung: Das Kokosfett muss erwärmt werden. Da brauchen die Kinder wahrscheinlich Eure Hilfe.
  3. Vogelfutterhäuschen aus einer Tetrapackung
    Hier bekommt Ihr das Futter, die Sitzstange und die Anleitung. Falls Ihr es anmalen wollt, geht Wandfarbe. Weiße Farbe kann bei Bedarf mitgeliefert werden.

Außerdem gibt es etwas zum Vogelbestimmen von der NABU und noch kleine Vogelbasteleien.

Pro Kind kann ein Angebot ausgewählt werden. Anmeldung bis Sonnabend, den 17. Januar 2021 um 18.00 Uhr per PN an die Facebook-Seite oder per E-Mail an Kerstin.Toenjes@evlka.de . Bitte angeben, welches Angebot gewünscht wird.

Das Bild stammt von der Facebook-Seite des Kirchenteams und zeigt die drei Bastelangebote.

Notbetreuung in Kindertagesstätten

Pressemitteilung der Gemeinde Grasberg:

Die Verlängerung des Lockdowns führt nun auch in Niedersachsen zur zwangsweisen Schließung von Kindertageseinrichtungen. Lediglich ein Notbetrieb mit bis zu 50% der normalen Kinderanzahl ist noch erlaubt.

Die Gemeinde Grasberg hat für die Prüfung auf einen solchen Notbetreuungsplatz einen Vordruck vorbereitet. Sollten Sie für Ihr Kind einen solchen Platz benötigen, füllen Sie den Vordruck bitte aus und schicken ihn per E-Mail an notbetreuung@grasbeg.de oder geben ihn in der Einrichtung ab. Wir werden uns bemühen, alle Anträge sehr zeitnah zu prüfen.

Den Vordruck finden Sie hier: https://www.grasberg.de/uploads/Aktuelles/ChecklistezurNotbetreuung.pdf

Januar 2021

Das neue Jahr beginnt so, wie das alte geendet hat: Im Lockdown, soziale Kontakte sollen möglichst reduziert bzw. vermieden werden. Dadurch ist der Veranstaltungskalender äußerst dünn. Blutspenden und musikalische Andachten sind die einzigen Termine. Die sonst zu Jahresbeginn üblichen Versammlungen der Vereine werden zu einem späteren Zeitpunkt stattfinden müssen. Hoffentlich lassen sich die Corona-Zahlen bald senken, damit aus dem neuen Jahr 2021 auch ein gutes wird!

10.01. 17.30 Uhr Musikalische Andacht, Zionskirche Worpswede, An der Kirche 5, Worpswede

13.01. 16.30 – 20.00 Uhr Blutspenden, Schießsportanlage Adolphsdorf, Adolphsdorfer Str. 249, Adolphsdorf

17.01. 17.00 Uhr Musikalische Andacht, Zionskirche Worpswede, An der Kirche 5, Worpswede

24.01. 17.00 Uhr Musikalische Andacht, Zionskirche Worpswede, An der Kirche 5, Worpswede

27.01. 16.00 – 20.00 Uhr Blutspenden, Rathaus Grasberg, Speckmannstr. 30, Grasberg

31.01. 17.00 Uhr Musikalische Andacht, Zionskirche Worpswede, An der Kirche 5, Worpswede

Plakat des Landkreises Rotenburg

Gans lecker – Festtagsbraten aus regionaler Freilaufhaltung

Im Gedicht von Heinz Erhardt kommt sie tiefgefroren aus Dänemark: die Weihnachtsgans. Doch wer mit dem Festtagsbraten lieber auf Nummer sicher gehen will, sollte regional in der Umgebung kaufen. Gleichzeitig werden dabei die hiesigen Landwirte unterstützt. Einblick in den Betrieb ist fast immer möglich, man muss nur danach fragen. Freilaufende Gänse bieten zum Beispiel Tanja und Reiner Stelljes aus Grasberg-Wörpedorf an.


Von ihrem baldigen Ende ahnen die Weihnachtsgänse noch nichts. Lauthals schnatternd wird der Besuch begrüßt. Die Tiere kennen Menschen, handzahm sind sie allerdings nicht. Foto: Christiane Seeger

Das Ehepaar hält 50 Gänse und 70 Enten, die sie im Nebenerwerb direkt an Endverbraucher vermarkten. Unter ihren Kunden befinden sich keine Gastronomiebetriebe. Dadurch spüren sie keine negativen Auswirkungen der Corona-Pandemie. „Direktvermarkter haben in diesem Jahr einen großen Vorteil“, so Reiner Stelljes. Anderen Berufskollegen, mit vielen Abnehmern der Gastronomie, geht es da schlechter, vermutet er. Bei den Eheleuten bewegen sich die Ab- und Umbestellungen der Kunden im üblichen Rahmen. Bei ihnen kaufen hauptsächlich Stammkunden. Wer jetzt allerdings noch eine Gans oder Ente bestellen möchte, ist zu spät dran. Alle Tiere sind ausgesagt. An eine Bestellung sollte man im September oder Oktober denken. Zu Ostern plant das Ehepaar frische Hähnchen anzubieten.

Besonders die erste Welle der Corona-Pandemie habe zu einem Boom bei den Direktvermarktern geführt, sagt Reiner Stelljes. Die Menschen hatten Angst, im Supermarkt vor leeren Regalen zu stehen. Sie griffen verstärkt bei den Erzeugern zu. Familie Stelljes hat ein Verkaufshäuschen an der Straße. Dort gibt es ganzjährig Eier und Kartoffeln, dazu Gemüse der Saison. Während der Sperrung der Wörpedorfer Straße ist das Häuschen auf den Parkplatz der ehemaligen Gaststätte Schnau umgezogen. Auf den Absatz hat sich das nicht ausgewirkt. Leider hat am neuen Standort der Diebstahl zugenommen, bedauert Stelljes. Nach dem Ende der Bauarbeiten kehrt das Häuschen wieder an den alten Standort zurück. Dort haben es die Besitzer mehr im Blick.

Vor gut zwanzig Jahren bekamen Tanja und Reiner Stelljes von Freunden ein Gänsepaar geschenkt. Diese brüteten vier Gänsekücken, sogenannte Gössel, aus. Die Jungtiere wurden großgezogen und anschließend im Familien- und Freundeskreis als Weihnachtsgänse aufgetischt. Das war der Start in den Geflügel-Direktvertrieb. Heutzutage bekommt das Ehepaar Stelljes seine Tiere als Eintagskücken. Die Gänse und Enten werden in Weidehaltung großgezogen. Tagsüber haben die Tiere Auslauf auf der Wiese und weiden das Gras. Nach der abendlichen Fütterung verbringen sie die Nacht im Stall. Zusätzlich zum Grünfutter erhalten die Tiere Gemüsereste, wie gekochte Kartoffeln oder Kürbis. In einer Ecke Gartenland werden extra Sonnenblumen und Zuckermais für die Gänse angebaut. Sie fressen die kompletten Pflanzen mit Stock und Stiel.

Am Tag vor Heiligabend findet das Landidyll sein Ende. Alle Tiere werden am 23. Dezember abgeholt. Sie werden im Auftrag geschlachtet und gerupft. Es werden nur ganze Tiere verkauft, keine Teilstücke. Bei der Bestellung fragen Tanja und Reiner Stelljes nach der geplanten Personenzahl beim Festschmaus. Danach werden die Tiere entsprechend verteilt. Wer mit acht Personen am Tisch sitzt, bekommt eine dickere Gans, als eine Familie mit vier Personen. Eine Gans wiegt viereinhalb bis sechs Kilo, eine Ente kommt auf zwei bis viereinhalb Kilo. Der Preis beträgt 15,50 Euro pro Kilo bei einer Gans. Eine Ente kostet 12,- Euro pro Kilo. Damit bewegen sich die Preise der Eheleute im Mittelfeld der Marktübersicht im Fachblatt „Land & Forst“. „Ein Mittelwert für alle“, sagt Reiner Stelljes. Ganz frisch und nicht etwa tiefgefroren sind die Braten, die sich die Kunden am Hof abholen. Auch bei Familie Stelljes steht zum Fest ein Braten aus der eigenen Haltung auf dem Tisch.

Tanja und Reiner Stelljes / Foto: Christiane Seeger

Grundsätzlich empfiehlt es sich, Lebensmittel regional einzukaufen. Hier findet ihr eine Auflistung von Hofläden und Direktvermarktern rund um Grasberg.

Ein Weihnachtswunder für den Zirkus Eldorado

Der Lilienthaler Mitmachzirkus Eldorado ist durch die Corona-Beschränkungen hart getroffen. Seit Beginn der Pandemie im März dürfen sie nicht mehr arbeiten. Die Familie Thiel leidet nicht nur unter den finanziellen Einbußen. Der Kontakt mit dem Publikum und den Kindern fehle allen sehr. Katrin Förster hat die Familie im September besucht. Die traurige Stimmung der sonst so fröhlichen Zirkusfamilie hat sie zu einer einmaligen Hilfsaktion motiviert: Katrin Förster hat ein Kinderbuch geschrieben. Der Reinerlös ist für den Zirkus bestimmt.

Ein Kinderbuch wollte sie schon immer schreiben, sagt die Autorin. Nun hat sie diesen Traum für einen guten Zweck verwirklicht. Vor vier Jahren haben die Kinder der Familie Förster, Feenja und Finley, beim Zirkus Eldorado mitgemacht. Sie waren hellauf begeistert. Die studierte Pädagogin Förster überzeugte das Konzept der Zirkusfamilie. Als Mutter war sie total berührt davon, was die Familie Thiel in einer Woche vollbracht hat. Auch auf fachlicher Ebene zeigt sie sich schwer begeistert. Das Konzept der Familie sei stimmig und perfekt. Es wirke nachhaltig. Die Kinder wüchsen in einer Woche über sich hinaus. Durch den Applaus in den Vorführungen würde Dopamin im Gehirn ausgeschüttet. Dieses verstärke den Lerneffekt enorm. In der jetzigen schwierigen Lage wolle sie der Familie Thiel etwas zurückgeben. Sie möchte „ein Licht der Hoffnung für den Zirkus“ bringen, sagt Katrin Förster.

Unterstützung habe sie durch ihren Mann Lars erfahren, der sich verstärkt um die Familienarbeit gekümmert hat. Sie überzeugte ihren Bruder, Markus Häveker, in das Projekt einzusteigen. Der Ingenieur hat das Buch liebevoll illustriert. Er hat die Hauptfiguren sogar mittels 3-D-Drucker aus der Bücherwelt in die reale Welt gebracht. Ursprünglich plante die Autorin, das Buch gegen eine Spende abzugeben. Doch dieses sei leider nicht möglich. Als Autorin müsse sie das Buch verkaufen. Der Reinerlös müsse versteuert werden. Nach Abzug der Druckkosten und Steuern bleiben etwa fünf Euro pro Buch übrig. Der Betrag wird in einem Depot beim Futtermittel-Lieferanten angelegt und wird für Lieferungen an den Zirkus verrechnet. Frau Förster hat an den Bundesfinanzminister, Olaf Scholz, geschrieben und ihm die Situation geschildert. Bisher liegt noch keine Antwort vor. Aber wer weiß, vielleicht ist ja eine unbürokratische Lösung im Sinne aller Beteiligten möglich?

Die Zirkusfamilie Thiel wurde von den Kontaktbeschränkungen mitten in einem Schulprojekt getroffen. Von heute auf morgen herrschte Stillstand. Normalerweise wäre der Alltag gut durchstrukturiert. Ihnen allen fehle der Kontakt und die Arbeit mit den Kindern sehr, berichten sie. Es sei schön zu beobachten, wie in einer Woche ängstliche Kinder zu selbstbewussten wandeln. Diese Bestätigung ihrer Arbeit fehle ihnen. Den Kindern gefällt es im Zirkus. Sie finden die Schul- und Ferienprojekte herrlich. Es gab schon Kinder, welche sich allerlei ausdachten, damit der Zirkus nicht abreisen könne. Andere hätten sich vor den Eltern im LKW versteckt, um nicht abgeholt zu werden, berichten die Thiels.

Nach und nach durften Zoos und Wildparks wieder öffnen, auch Freizeitparks. Nur der Zirkus musste geschlossen bleiben. Die Schulen lassen keine fremden Personen auf das Gelände. Die Stimmung in der Familie ist trübe. „Wir wollen arbeiten, aber dürfen nicht“, so Bill Thiel. Die Abwechslung fehle ihnen. Die freie Zeit wird genutzt, um Arbeiten auf dem Gelände durchzuführen: Reparaturen werden erledigt und die Zirkuswagen neu lackiert. Aber das sei kein Ersatz für die Arbeit mit dem Publikum. Am Beispiel der Familie Thiel wird deutlich, wie wichtig das Publikum für Künstler ist. Die schlechte finanzielle Lage kommt hinzu. Bill Thiel sagt, sie haben kein staatliches Hilfsprogramm in Anspruch genommen. Für den Mitmachzirkus sei keine richtige Kategorie dabei. Das ganze System sei kompliziert und sehr bürokratisch. Auch in schlechten Zeiten sei man immer irgendwie durchgekommen.

Schulen haben Spendenaktionen durchgeführt. Hin und wieder kämen Sachspender und bringen beispielsweise altes Brot oder Tannengrün für die Tiere. Man glaubt es kaum, aber das sei ein Leckerbissen für die Kamele. Auch warme Winterkleidung wurde gespendet. Dafür sind die Thiels dankbar. Als er von der Aktion der Familie Köster erfuhr, war der sonst stets wortgewandte Bill Thiel erst einmal sprachlos. Seine Brüder sagen, dieses käme so gut wie nie vor. Das, was die Familie Förster für den Zirkus Eldorado tut, „geht direkt ins Herz. Das hat noch niemand für uns gemacht“, so Bill Thiel. Die Zirkusfamilie lässt sich nicht unterkriegen: „Wir geben nicht auf, auch wenn wir erst in fünf Jahren weitermachen können“, verspricht Bill Thiel.

Wichtel suchen ein neues Zuhause

Das Buch „Wurzelwichtel und das Weihnachtswunder“ handelt von einer Wichtelfamilie, die ihr Zuhause verliert. Mit einer Landkarte wollen sie den Weg ins Lilienthaler Gehölz finden. Leider ist die Karte beschädigt, die Wichtel biegen falsch ab und landen schlussendlich im Zirkus Eldorado. Da es in der Wichtelwelt keinen Zirkus gibt, sind die Wichtel überzeugt davon, in einem Schloss gelandet zu sein. Den Clown halten sie für den König. Leider können die Zirkusleute die Wichtel nicht sehen. Um auf sich aufmerksam zu machen, spielen diese Streiche. Zwei Lilienthaler Kinder, denen es nicht so gut geht, landen durch Zufall ebenfalls im Zirkus. Vor Heiligabend kommt es dann zu einem unglaublichen Showdown. Die lustige und zugleich rührende Geschichte ist gedacht für Kinder von fünf bis zwölf Jahren. Das Buch ist gebunden, liebevoll illustriert und hat 168 Seiten. Es ist zum Preis von zwölf Euro an den nachfolgenden Verkaufsstellen in Lilienthal erhältlich: EDEKA Haltermann Center, Mo’s Pizza, Bäckerei Kärgel, Haus Bahnhofstrasse 5; Nur im Rahmen des Lieferservice bei Naturblume und Blumenhaus Meyer. Verkaufsstellen in Borgfeld: Glücksmoment, Bäckerei Mann, Tannenbaum Forsthof Prüser, Haus Helene-Noltenius-Weg 104. Verkaufsstelle in Ottersberg: Praxis K. Cordes, Grüne Strasse 2. Über die eigens eingerichtete Website https://www.weihnachtswichtel.club/ können Bestellungen aufgegeben werden.

Von links nach rechts: Richard Thiel, Bill Thiel, Tilo Thiel, Katrin Förster und Markus Häveker. Foto: Christiane Seeger

Wichtige Info zum Krippenspiel

Die Kirchengemeinde Grasberg teilt mit:

Das begehbare Krippenspiel in Grasberg (Heiligabend) ist nun doch mit Anmeldung!!!
Sie können sich per Email unter Kerstin.Toenjes@evlka.de anmelden. Oder telefonisch unter 04208/3508 zu folgenden Zeiten: Freitag, 18.12. von 11-12.30. Samstag, 19.12. 16.30 – 17-30 Uhr und Dienstag, 22.12. von 10 bis 11 Uhr. Wir sind leider auf 60 Familien pro Stunde begrenzt.
Sie können sich für folgende Uhrzeit anmelden:
14-14.30 Uhr Gehbehinderte und Senioren
14.30-15.30 Uhr Familien mit Kleinkindern
15.30 – 17.00 Familien mit Kindern im Grundschulalter
17.00 – 18.10 Uhr Familien mit älteren Kindern
Wir werden versuchen, Ihnen im gewünschten Krippenspiel einen Platz zu reservieren. Sie werden mit der Anmeldebestätigung eine genaue Uhrzeit erhalten, zu der sie kommen können.
Bitte beachten: Der Mindestabstand von 2 Metern muss jederzeit eingehalten werden. Es besteht eine Maskenpflicht. Der Eingang ist bei der großen Einfahrt vor dem Gemeindehaus. Bitte reihen Sie sich gegebenenfalls in die Warteschlange ein und behalten Sie Ihre Kinder bei sich. Achten Sie auf die Anordnungen der Ordnungsengel
Bei der Anmeldung bitte Namen, Anschrift(en) und Telefonnummer der Familie angeben. Bringen Sie die Anmeldebestätigung mit.
Genießen Sie trotz Corona unser außergewöhnliches Krippenspiel ⭐⭐⭐