Der Weltschal im Weltdorf

Ein Ausflug zum Diedrichshof, Worpswede

Noch bis zum 30. August ist der Weltschal zu Gast in Worpswede. Dieses Kunstwerk ist fast 300 Meter lang und besteht aus über 200 Flaggen. Sie sind überwiegend gestrickt und gehäkelt worden. Doch es sind auch weitere kreative Handarbeiten dabei. Die Initiatorin dieses Projektes ist die Modedesignerin Sibilla Pavenstedt aus Hamburg. Das Kunstwerk ist ein Symbol für Integration, Toleranz und Menschlichkeit, eine Wertschätzung der Vielfalt unter den Menschen und ein Mahnmal gegen Rassismus.

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Foto: Bekannte und unbekannte Fahren säumen den Weg.

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Foto: Das Cabriolet gehört nicht zur Ausstellung, ist aber ebenfalls ein Hingucker.

Die Flaggen sind in den Bäumen der Zuwegung zum Diedrichshof befestigt. Doch wer nun glaubt, schon alles gesehen zu haben, der täuscht sich! Der denkmalgeschützte Diedrichshof liegt inmitten einer Parkanlage. Diese wurde von dem Worpsweder Künstler Bernhard Hoetger geschaffen.

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Richtig, hier ist die Rede vom Schöpfer des „Kaffee Verrückt“, des „Kreativen Hauses“, des Niedersachsensteins und der Böttcherstraße in Bremen. Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts lernte Hoetger in Paris die Künstlerin Paula Modersohn-Becker kennen. Von ihr erfuhr er von der 1889 gegründeten Künstlerkolonie in Worpswede. 1915 kaufte Hoetger das Bauernhaus und wurde ihr Nachbar. Die Anlage erhielt den Namen „Brunnenhof“ nach zwei Brunnen, die heute noch erhalten sind. Der Garten ist streng geometrisch angelegt. Kurze Zeit später baut er ein zweites Haus, das heutige „Kreative Haus“, bei dem er jede Symmetrie vermeidet. Hoetger hat zu seinem Stil gefunden.

Nach dem Verkauf, einem Brand und Wiederaufbau bekam das Ensemble den Namen „Diedrichshof“.

Im Hoetger-Garten des Diedrichhofes sind Zweitgüsse seiner Plastiken des Darmstädter Plantanenhains zu sehen. Aus der Serie „Licht und Schattenseiten des Lebens“ sind Figuren als Steingussplastiken vertreten. Der „Bonze des Humors“ ist hier ebenfalls zu finden. Das Original befindet sich nur wenige hundert Meter entfernt vor der Großen Kunstschau.

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Foto: „Leopard, die Nacht tragend“

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Foto: „Die Wut“

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Foto: Der „Bonze des Humors“

Hoetger-Garten jetzt ganzjährig geöffnet

Der Diedrichshof wird seit April des Jahres von der Stiftung „Maribondo da Floresta“ bewirtschaftet. Der Garten ist jetzt ganzjährig von Freitag bis Sonntag zwischen 14.00 und 18.00 Uhr zu besichtigen. Das Diedrichshof-Cafè ist bis Ende August zu diesen Zeiten geöffnet. Zum Angebot gehören kalte und heiße Getränke, Kuchen aus der eigenen Backstube und Worpsweder Apfelsaft. Auf der Terrasse spielt sonntags die Diedrichshof-Combo traditionellen Jazz der 1930er und 40er Jahre. Der Eintritt ist frei, der Hut geht herum.

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Die ganze Anlage ist wirklich sehenswert und ideal, wenn man Besuchern die Worpsweder Kultur nahebringen möchte.

Der Begriff „Weltdorf“ stammt von Fritz Mackensen, als er die Ausstellung Worpsweder Maler in München beschreibt: „Der Erfolg war enorm. […] Worpswede war über Nacht zum Weltdorf geworden.“ Das Zitat „Der Weltschal im Weltdorf“ stammt hingegen von Wolf Warncke aus Tarmstedt.

 

Alle Fotos: Christiane Seeger

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3 Kommentare zu „Der Weltschal im Weltdorf

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