Findorffhof – Begegnungsstätte statt Museum

Heimatverein – das klingt zunächst nach einer Sache für ältere Menschen. Aber Dinge von früher für die kommende Generation zu erhalten, ist ganz aktuell. Also auch etwas für jüngere und mittelalte Menschen.

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Das Haupthaus der Anlage „Findorffhof“

Den Findorffhof kennen viele zumindest dem Namen nach. Er liegt mitten im Ort Grasberg. „Am Findorffhof“ heißt sogar die Straße, die von der Hofanlage durch das neue Baugebiet bis hin zur Eickedorfer Straße führt. Zu der Anlage gehören neben dem Bauernhaus, ein Backhaus, eine Scheune, eine Wagenremise, ein Spritzenhaus und ein Schiffschauer. Alle Gebäude wurden in Fachwerkbauweise von 1976 bis 1985 mit einer großen Eigenleistung durch den Findorff-Heimatverein errichtet. Viele der beim Bau verwendeten Materialien stammen aus alten Gebäuden der Umgebung. Auch eine kleine Streuobstwiese gehört zu dem Areal.

Im Sommer 1994 kam es zu einer Brandstiftung. Dank zahlreicher Spenden konnte das Haus schnell wiederaufgebaut werden. Zahlreiche Gegenstände geben einen Einblick in das Leben von früher.

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Blick in die „gute“ Stube

Räumlichkeiten auch für private Feiern

Die Eigentümerin der Hofanlage ist die Gemeinde Grasberg. Der Heimatverein übernimmt die Bewirtschaftung und Pflege der Anlage. Der frühere Vorstand um Hilde Bibelhausen hat eine Reihe erfolgreicher Veranstaltungen etabliert: Kaffeenachmittage, Plattdeutsches Theater, Matjes-Essen, Konzerte der Harmonika-Freunde etc. Die Räumlichkeiten werden gerne für standesamtliche Trauungen genutzt oder für private Feiern. Das Interesse daran ist bei der Gemeinde anzumelden, dort gibt es auch ein entsprechendes Formular dafür. Die Nutzung ist in erster Linie für Mitglieder gedacht, es ist aber nicht zwingend vorgeschrieben. Die Einnahmen aus Vermietung gehen an die Gemeinde. Spenden zu Gunsten des Heimatvereins sind natürlich erwünscht. Hinsichtlich des Caterings wird darum gebeten, möglichst bei Gewerbetreibenden vor Ort zu bestellen.

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Küche anno dazumal

Neue Veranstaltungen geplant

Der neue Vorstand des Heimatvereins wird die bewährten Veranstaltungen beibehalten. Dazu kommen neue Programmpunkte, um auch ein jüngeres Publikum einzubeziehen. Als Beispiel nennt der Vorsitzende, Gunnar Meierdierks, das Aufstellen eines Maibaums. Dazu gehört natürlich auch ein zünftiger Frühschoppen. Auch neue Konzerte sind geplant, eine Countrysängerin wird im Frühjahr 2021 auftreten. Im Sommer steht ein Grillabend auf dem Plan. Alle kleinen Leckermäulchen können sich auf eine Weihnachtsbäckerei freuen. Die Bürgermeisterin Marion Schorfmann leitet die Arbeitsgruppe „Jung + Alt“ und möchte die Menschen vernetzen.

Teamwork mit Arbeitsgruppen

Mit den Arbeitsgruppen teilen sich die Vorstandsmitglieder die Arbeiten auf. Der Ansprechpartner für Veranstaltungen ist der Vorsitzende, Gunnar Meierdierks. Harald Schnakenberg leitet die Arbeitsgruppe „Haus + Hof“. Für die Ausstellungsstücke ist Günther Behrens zuständig. Die gezeigten Gegenstände wurden reduziert und neu geordnet. Der Rest wird vorerst in ein Außenlager eingelagert. Um geschichtliche Filme und Bilder präsentieren zu können, ist die Anschaffung eines großen Bildschirms geplant. Für die Arbeitsgruppe Internet ist Axel Engelmann verantwortlich, mittlerweile gibt es auch eine Facebook-Seite.

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Ausstellungsstücke aus der bäuerlichen Landwirtschaft

Umbaumaßnahmen

Der Haupteingang wird behindertengerecht umgebaut. Zur Zeit werden beim Nebeneingang Aluschienen angelegt. Aber auch beeinträchtigte Gäste sollen den Haupteingang nutzen können. Die Schwelle der Haustür wird künftig herausnehmbar sein. Dafür wird die Pflasterung leicht angehoben und die Tür selbst verlängert. Der optische Eindruck bleibt gleich. Die „Groote Dör“ wird bislang im Winter provisorisch mit einer Plane abgedichtet. Auch dafür wird eine Lösung gesucht. Für Auswärtige ist der Findorffhof nicht einfach zu finden, eine Verbesserung der Beschilderung wird durch das Verkehrsamt geprüft.

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Diese Türschwelle wird behindertengerecht umgestaltet.

Günstige Mitgliedschaft

Der Heimatverein hat momentan ca. 350 Mitglieder mit recht hohem Durchschnittsalter. Ehrenamtliche Helfer werden immer gern gesehen. Eine Mitgliedschaft kann sich eigentlich jede/r Einwohner*in Grasbergs leisten: der Beitrag liegt bei 10,- EUR jährlich (Partner oder Jugendliche 5,- EUR). Hier geht es zum Aufnahmeantrag. Die Mitglieder vom Heimatverein sehen ihren Findorffhof mehr als Begegnungsstätte, denn als Museum. Momentan sind auch hier alle Veranstaltungen abgesagt. Normalerweise findet einmal monatlich ein Kaffeenachmittag statt, bei dem die Ausstellung besichtigt werden kann. Größere Gruppen können einen Termin beim Heimatverein vereinbaren.

Viele Neu-Grasberger kennen den Findorffhof vielleicht gar nicht. Er ist ein lohnendes Ziel für einen kleinen Spaziergang oder Radtour. Die Anlage hat Sitzbänke und Tische, man kann dort ruhig eine Pause machen. Der Findorffhof ist ein Schmuckstück in unserer Gemeinde und sollte viel häufiger genutzt werden.

3 Kommentare zu „Findorffhof – Begegnungsstätte statt Museum

  1. Wenn sogar das Internet leergelesen ist, die letzte Grillwurst sich schwer anfühlt oder einfach nur Corona Langweile verbreitet: Dann joggt, radelt oder spaziert man zum Findorffhof. Eine der beiden Sehenswürdigkeiten Grasbergs – neben der Kirche mit mit ihrer Schnittger-Orgel! Tipp: Sonntags, zehn Uhr, beim Gottesdienst anhören – Hammer!

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